about letting go – food for thought

lotus_lettingGo

Lately, I’ve been both super lethargic and extremely restless at the same time, and I’ve been feeling totally out of touch with who I am (not that I’ve ever completely been IN touch) so I started to go through old diaries and files on my computer to find things that could help me remember times, moments, situations… when I felt closer to myself, my essence, my inner core – whatever you want to call it.
What I found, among other things, is the following text that I wrote back in 2005. And even though it was about a specific situation when I wrote it, I feel like it fits a lot of different scenarios of „letting go of something you love(d)“, whether it’s a person, a part of your life or a part of yourself that no longer serves you and that you need to ged rid of for your own good.
I wrote this in German and I don’t really feel like translating it, so I’ll just leave it as it is.

***
Ein schmaler Streifen am Horizont, kaum wahrnehmbar und im Begriff, völlig zu verschwinden. Mehr ist nicht geblieben von dem, was irgendwann schien wie alles, was meine Welt ausmacht. All die Stunden… wo bist du jetzt? fragst du mich, doch die Antwort bleibe ich dir schuldig; glaub mir, du wärst nur enttäuscht, weil ich deine Erwartungen, Hoffnungen, guten Wünsche nicht erfüllen, bewahrheiten kann. Sei mir nicht böse, wenn ich dich stattdessen bitte, zu gehn, mich allein zu lassen. Wenn wir uns nicht trennen, ist der Scherbenhaufen, aus dessen Einzelteilen ich ständig versuche, meine Seele wieder zu kitten, bald zu groß und alles verloren und ich hoffe inständig, dass das nicht deine Absicht ist, sondern du nur aus dem Grund noch immer verweilst, weil dich der Abschied ebenso schmerzt wie mich und auch du dich der Herausforderung, zu trauern, um überwinden zu können, weder freiwillig stellen willst noch gewachsen fühlst. Dass wir nichts wiederholen, ungeschehen machen, wiederbeleben können, indem wir das Loslassen erneut hinausschieben, wissen wir beide, doch die Angst, etwas zu verlieren, das zwar weh tut, in dessen tröstendem Nebel, in dem sich die Realität so gut verdrängen lässt wie an keinem anderen Ort, wir aber unsere einzige Rückzugsmöglichkeit finden ist größer, als die Hoffnung, einen Teil der Last zurücklassen und mit leichterem Schritt, den Blick nur noch halb und immer seltener über die Schulter werfend, den Weg fortsetzen zu können. Ich kann verstehen, wenn du meinen Worten keinen glauben schenken willst, wenn ich dir jetzt verspreche, dass wir trotz allem immer ein Teil voneinander bleiben werden, doch eines Tages wirst du erkennen, dass ich die Wahrheit gesagt habe, selbst wenn ich jetzt all meine Kraft dafür aufwende, um dir den Rücken zuzudrehen, um mich deinem fesselnden, wenngleich kaum mehr sichtbaren Licht zu entziehen und die Tränen vor dir zu verbergen. denn so sehr du zu dem beigetragen hast, was ich jetzt bin, so sehr bist du auch in der Lage, mich zugrunde zu richten, wenn ich mich jetzt nicht überwinden kann, dein letztes Leuchten auszulöschen, um in der Dunkelheit andere Lichtquellen erkennen zu können.
Du kannst dir sicher sein: In mir wird immer ein bisschen von dir glühen.
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4 Comments

  1. Hast du das Mandala selbst gemalt? Das ist wunderschön!
    Liebst,
    Farina

  2. Wieder ein sehr bewegender, berührender Text …
    ganze liebe Grüße, Mona von Belle Mélange

  3. Die Symbolik mit dem Licht, dem Leuchten und dem Glühen finde ich sehr passend, schön ausgedrückt.

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